Elektronik für Informatiker

Eine Einführung in Analoge und Digitale Systeme für Informatiker mit Elektronikgrundlagen und Signalverarbeitung

Prof. Dr. Stefan Bosse

Universität Koblenz - Praktische Informatik

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente ::

Halbleiterbauelemente

Bisher haben wir uns mit passiven Bauteilen (Widerstände, Kapazitäten, Induktivitäten) beschäftigt. Das einzig aktive Element war der OPerationsverstärker mit einem mathematischen Näherungsmodell.

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Halbleiter

Halbleiter

Wir unterscheiden: Leiter, Halbleiter, Isolatoren.

Spezifischer Widerstand einiger Metalle, Halbleiter und Isolatoren

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Halbleiter

Halbleiter

  • Wie bei Metallen sind die elektrischen Leitungsphänomene im klassischen Halbleiter rein elektronischer Art, d.h. die Ladungsträger sind Elektronen

Grundlegend verschieden ist jedoch die Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit bei Leitern und bei Halbleitern. Bei Leitern sinkt die Leitfähigkeit mit steigender Temperatur, während sie bei Halbleitern wächst!

  • Alle Halbleiterbauelemente basieren auf elektrischen Leitungsphänomenen und deren Beeinflussung durch elektrische oder andere physikalische (magnetische) bzw. chemische Größen.
  • Halbleiterphysik und Halbleitertechnologie bilden die Basis der heutigen Elektronik.

Zur Vertiefung: Elektronik für Informatiker, Kap. 4.2 -4.3 (Halbleitermaterialien, Ausgewählte festkörperphysikalische Grundlagen).

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Halbleiter

Temperaturabhängigkeit der Leitfähigkeit

Es wird komplizierter: Halbleiter können rein oder wie bei unseren Bauteilen mit Fremdatomen (also anderes Material) dotiert sein (eingebracht). Dann ändern sich sowohl die elektrischen also temperaturabhängigen Eigenwschaften.

Temperaturabhängigkeit der Leitfähigkeit für eigenleitende (reine) und dotierte Halbleiter, schematisch

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Halbleiterbaulemente

Halbleiterbaulemente

Halbleiterbauelemente – eine erste Übersicht

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der pn-Übergang

Der pn-Übergang

Als pn-Übergang bezeichnet man eine Halbleiterstruktur, in welcher ein p-leitendes und ein n-leitendes Gebiet so eng in einem Kristall benachbart sind, dass beide Gebiete miteinander wechselwirken, wodurch neue elektronische Eigenschaften entstehen.

(a) Ein p-Material (positive Überschussladungen, oder besser fehlende Elektronen) und ein getrenntes n-Material (negative Überschussladungen, Elektronen) (b) zusammengefügt mit Grenzfläche

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Die Diode

Die Diode

Dioden: Bauelemente mit einem pn-Übergang

  • Gleichrichterdioden,
  • Zener-Dioden (Z-Dioden),
  • Leuchtdioden,
  • Fotodioden.

Schaltzeichen verschiedener Dioden

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Die Diode

Die Diode

Gleichrichterdioden dienen dazu, Wechselspannung gleich zu richten, d.h. eine am Eingang der Gleichrichterschaltung angelegte Wechselspannung wird in eine pulsierende Gleichspannung am Ausgang umgesetzt. Solche Schaltungen werden in praktisch allen Geräten genutzt, die mit Wechselspannung gespeist werden, aber intern Gleichspannung benötigen.

Bei Zener-Dioden wird bei Betrieb in Sperrrichtung der Durchbruch bei einer wohldefinierten Spannung UZ technisch genutzt. Der Sperrstrom steigt dann exponentiell an und muss begrenzt werden, um die Z-Diode vor Zerstörung zu schützen. Die Durchbruchsspannung kann während des Herstellungsprozesses eingestellt werden; sie kann etwa zwischen 3 V und 100 V liegen.

  • Z-Dioden werden zur Spannungsstabilisation benutzt. Dazu wird die Z-Diode über einen Vorwiderstand in Sperrrichtung betrieben und über der Z-Diode wird die auf die Spannung UZ stabilisierte Gleichspannung abgegriffen
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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Die Diode

Die Diode

Diode: pn-Übergang in Sperr- und in Durchlassrichtung

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Die Diode

Kennlinie eines pn-Überganges und Diodenschaltzeichen

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diode1.txt

+

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Die Diode

Für den Strom durch den pn-Übergang als Funktion der außen angelegten Spannung erhält man unter Berücksichtigung verschiedener Halbleitereigenschaften, der Dotierung und aller inneren Teilströme die Gleichung

I=IS(eeUAKkT1)

Dabei ist IS der sog. Sättigungsstrom, der sich aus Eigenschaften und Dotierung der eingesetzten Halbleiter ergibt

  • Näherungsweise kann man den pn-Übergang als einen von der Spannungsrichtung gesteuerten Schalter betrachten
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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Die Zenerdiode

Die Zenerdiode

Die Zenerdiode hat im "negativen" Quadranten eine weitere Leitfähigkeit ab einer bestimmten Spannung Uz, die herstellungsbedingt eingestellt werden kann (ca. 2-50V, (reversibler erster Durchbruch). Die Vorwärtspannung isthier auch ca. 0.6 V.

Z-Diode: Kennlinie und Einsatzschaltung, im Sperrbereich betrieben für eine definierte Spannungseinstellung.

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Die Leuchtdiode

Die Leuchtdiode

LEDs werden entsprechend in Durchlassrichtung betrieben und emittieren bei Stromfluss Licht. Der Strom durch eine LED muss begrenzt werden; dazu eignet sich ein Vorwiderstand.

Für LED’s werden Verbindungshalbleiter, wie z.B. Galliumarsenid oder Galliumphosphid ver-wendet. Die Wellenlänge (Farbe) des emittierten Lichtes hängt vom Bandabstand des Halblei-ters ab. Mit kürzer werdender Wellenlänge wächst die notwendige Brennspannung (rot: U= 1.6 V, blau: U= 2.9 V). Damit die Strahlung aus dem Gehäuse austreten kann, haben Leuchtdioden ein optisches Fenster oder ein gänzlich transparentes Gehäuse, welches in Ab-strahlrichtung des Lichtes als Linse ausgebildet sein kann.

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Die Fotodiode

Die Fotodiode

Fotodioden - das Gegenstück zur LED, nutzen den inneren lichtelektrischen Effekt im Raumladungsgebiet des in Sperrrichtung betriebenen pn-Überganges. Bei Belichtung des pn-Überganges werden dort Ladungsträgerpaare generiert, wenn die Energie der einfallenden Lichtquanten größer als der Bandabstandsenergie ist (wellenlängenabhängig).

Die durch das einfallende Licht erzeugten Ladungsträgerpaare werden im Raumladungsfeld des pn-Überganges getrennt und bilden den Fotostrom, der über einige Größenordnungen proportional zum Lichteinfall (Lichtintensität) ist.

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Die Fotodiode

Leucht- und Fotodiode

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Gleichrichter

Der Gleichrichter

Eine Anwendung der Diode ist die Gleichrichtung von Wechselspannung in eine Gleichspannung. Besser ausgedrückt die Umwandlung eines bipolaren Signals (positive und negative Spannungen) in ein unipolares Signal (nur noch ein Vorzeichen), vereinfacht:

Uep={0U<UthrUUUthrUvp={0|U|<Uthr|U||U|Uthr

Dabei ist die "Offsetspannung" der Diode von ca. 0.6V (bei Silizium, hier Uthr) zu beachten. Ep ist der Einfachgleichrichter (eine Diode), VP ist der Vollgleichrichter mit vier Dioden.

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Der Gleichrichter

Schaltung Voll- oder Zweiweggleichrichter

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Der Gleichrichter

Bisher haben wir für Sopannungen kleiner ca. 0.7V eine Lücke und in der Nähe nichtlinearses Übertragsungsverhalten. Diese kann aktive durch Einsatz eines Operationsverstärkers "geschlossen" werden und wir erhalten den Pärzisionsgleichrichter.

Präzisionsgleichrichter: Die Dioden werden in den Rpckkopplungsblock des OpAmp eingefügt.

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Bipolartransistor

Der Bipolartransistor

Bipolartransistoren: Bauelemente mit zwei pn-Übergängen.

  • Um zwei pn-Übergänge in einem Bauelement zu realisieren, sind zwei Zonenfolgen möglich, nämlich die Zonenfolgen n-p-n und p-n-p; dementsprechend spricht man vom npn-Transistor und vom pnp-Transistor

  • Die Elektroden heißen bei beiden Transistorarten Emitter (E), Basis (B) und Kollektor (C).

  • Die am Transistor anliegenden Spannungen erhalten einen Doppelindex, der angibt, zwischen welchen Elektroden die Spannung gemessen wird.

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Der Bipolartransistor

  • So steht UBE für die von der Basis zum Emitter gemessene Spannung, die Basis-Emitter-Spannung. Dabei gilt UBE = −UEB
  • Entsprechend ist UCE die Spannung zwischen Kollektor und Emitter, also die Kollektor-Emitter-Spannung und UCB die Kollektor-Basis-Spannung.
  • Kollektorstrom IC , Basisstrom IB und Emitterstrom IE¸ werden jeweils zum Transistor hin fließend betrachtet.

Bipolartransistoren, Zonenfolgen und Schaltsymbole mit Zählpfeilen

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Der Bipolartransistor

Es gilt die Knotenpunktregel für die Ströme und für Spannungen die Maschengleichung:

IE+IB+IC=0UCE=UCB+UBE.

  • Mit wachsender Basis-Emitter-Spannung UBE wächst der Basisstrom IB; der Zusammenhang entspricht einer Diodenkennlinie.

  • Mit der Basis-Emitter-Spannung respektive mit dem Basisstrom kann so der Kollektorstrom gesteuert werden. Beim normalen Betrieb ist die Spannung UBE eine Durchlassspannung; ihr Wert beträgt bei einem Si-Transistor ca. 0,7 V.

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Der Bipolartransistor

Transistorgrundschaltungen in Vierpoldarstellung

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Die Grundschaltungen kann man mit dem Verhältnis zwischen gesteuertem Strom im Ausgangskreis und steuerndem Strom im Eingangskreis charakterisieren.

  • Der Quo-tient heißt Gleichstromverstärkung und wird für die Basisschaltung mit A, für die Emitter- schaltung mit B und für die Kollektorschaltung mit C bezeichnet:

A=|IC||IE|<1,B=|IC||IB|=AA11C=|IE||IB|=11A1

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Der Bipolartransistor

Bipolartransistor: Messanordnung zur Kennlinienaufnahme in Emitterschaltung und Kennlinienfeld, schematisch

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Der Bipolartransistor

Vier-Quadranten-Kennlinienfeld:

  1. Quadrant, Ausgangskennlinienfeld: IC = f (UCE) mit IB als Parameter,
  2. Quadrant, Übertragungskennlinie: IC = f (IB),
  3. Quadrant, Eingangskennlinie: UBE = f (IB) und
  4. Quadrant, Rückwirkungskennlinien: UBE = f (UCE) mit IB als Parameter.

Die Kennlinien sind stark nichtlinear.

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Der Bipolartransistor

Der Bipolartransistor ist also eine stromgesteuerte Stromquelle. Das unterscheidet ihn vom Feldeffektransistor, der eine spannungsgesteuerte Spannungsquelle (im Ersatzmodell) ist.

Bipolartransistor: Kleinsignal-Ersatzschaltbild und Ersatzmodell

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npn1.txt

+

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Kleinsignalverstärker

Der Kleinsignalverstärker

Der Begriff Kleinsignalverhalten beschreibt, dass die Aussteuerung so begrenzt wird, dass der Zusammenhang zwischen Eingangsgrößen und Ausgangsgrößen als linear betrachtet werden kann.

  • Damit der Transistor als Verstärker arbeiten kann, muss ein Arbeitspunkt eingestellt werden.
  • Arbeitspunkt nennt man die Strom- und Spannungsverhältnisse, die an einem Bauelement oder in einer Schaltung ohne ansteuerndes Signal herrschen.
  • Beim Bipolartransistor wird der Arbeitspunkt durch einen Punkt in jedem Quadranten des Kennlinienfeldes repräsentiert. Die für den Arbeitspunkt notwendigen Bedingungen werden durch Beschaltung des Transistors geschaffen.
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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Kleinsignalverstärker

Der Kleinsignalverstärker

  • Der Widerstand RB bestimmt u.A. den Arbeitspunkt und die Verstärkung. Dieser kann an die obere Spannunsgquelle oder an den Kollektor des Transistors angeschlossen werden.

Einstufiger Transistor-Kleinsignalverstärker in Emitterschaltung

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Kleinsignalverstärker

Der Kleinsignalverstärker

Die Transistorkennlinie(n) ist (sind) nichtlinear (i.A. e-Funktionen). Daher wird die Verstärkung eines (Wechsel)Signals mit einem einzigen Transistor zu Verzerrungen führen.

Oszillogramme von Signalen am Eingang (unten) und am Ausgang (oben) des Verstärkers

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Feldeffekttransistor

Der Feldeffekttransistor

Der Feldeffektransistor baut auf einen Kondensator (mit elektrischen Feld) auf. Aus einem Metall-Oxid-Substrat (MOS)-Kondensator entsteht ein MOSFET, indem zwei weitere Elektroden ergänzt werden. Der MOSFET Transistor ist der heute in der Technik vorherrschende Transistortyp.

  • Auch hier wieder pn Übergang!

Struktur eines MOSFET ohne und mit Spannungen, schematisch

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Der Feldeffekttransistor

Es gibt drei (vier) Anschlüsse:

  • Source (S) ∼ Emitter (E)
  • Gate (G) ∼ Basis (B)
  • Drain (D) ∼ Kollektor (C)
  • Substrat (B, Bulk)
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Der Feldeffekttransistor

Symbole für MOSFET-Arten

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Der Feldeffekttransistor

Beim n-Kanal-MOSFET fließt der Strom innerhalb des Transistors nur in n-leitenden Gebieten (Source→Kanal→Drain). Es ist nur eine Ladungsträgersorte am Stromfluss beteiligt. Entsprechendes gilt für den p-Kanal-Typ. Man spricht deshalb im Gegensatz zum Bipolartransistor hier von Unipolartransistoren.

Für jede dieser beiden MOSFET-Arten wird eine weitere Unterscheidung nach dem Verhalten bei der Gate-Source-Spannung UGS = 0 V getroffen; man unterscheidet:

  • selbstleitende oder Verarmungstypen und
  • selbstsperrende oder Anreicherungstypen.
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Der Feldeffekttransistor

n-Kanal-MOSFET-Kennlinien, schematisch

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Der Feldeffekttransistor

Der Feldeffekttransistor ist vereinfacht eine spannungsgesteuerte Stromquelle.

FET: Kleinsignal-Ersatzschaltbild

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Der Feldeffekttransistor

  • Beim Bipolartransistor war die Verstärkung durch das Verhältnis vom Emitter/Kollektorstrom IC zu Basistrom gegeben IB.
  • Beim Feldeffekttransistor ist es die Steilheit als:

S=ΔIDΔUGS

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Sperrschicht-Feldeffekt-Transistoren (JFET)

Der Sperrschicht-Feldeffekt-Transistoren (JFET)

Etwas anders als der MOSFET aufgebaut, aber ähnliches Prinzip.

JFET: Aufbau und Funktion, schematisch

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Sperrschicht-Feldeffekt-Transistoren (JFET)

Der Sperrschicht-Feldeffekt-Transistoren (JFET)

Die Kennlinien sehen etwas anders aus und obwohl beruhend auf einer Sperrschicht in den negativen Bereich verschoben, d.h. bei UGS leitend (selbstleitend, Verarmungstyp)!

JFET-Kennlinien, schematisch

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Der Sperrschicht-Feldeffekt-Transistoren (JFET)

JFET-Schaltsymbole

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der steuerbare Analogschalter

Der steuerbare Analogschalter

  • Analogschalter werden technisch mit Feldeffekttransistoren realisiert.

  • Prinzipiell kann man mit nur einem FET einen Signalpfad trennen und wieder schließen, daher eignen sich FET Transistoren auch für die Digitaltechnik.

  • Der Durchgangswiderstand einer so einfachen Anordnung ist aber von der Polarität der Signalspannung abhängig.

  • Man verbessert das Verhalten, indem entsprechend Abb. 6.40 zwei MOSFETs unterschiedlichen Leitfähigkeitstyps parallelgeschaltet werden.

    • Die Steuerung der MOSFETs erfolgt mit einem digitalen Steuersignal. Das digitale Steuersignal hat nur die beiden logischen Zustände 1 und 0.
    • Für den zweiten MOSFET muss das Steuersignal negiert werden. Die Negation leistet ein NICHT-Gatter.
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Der steuerbare Analogschalter

Aber: Beachte die Kennlinien von FET Transistoren und die Steuerspannung UGS. Ein Logikpegel wird i.A. durch die Spannungen 0V und z.B. 3V repräsentiert.

  • Würde man -UB=0V setzen können die Transistoren direkt angesteuert werden, da UGS entweder 0 (sperrend) oder +UB (leitend) für den n-Kanal Transistor ist.

https://neurophysics.ucsd.edu/courses/physics_120/AoE_FET_Switches.pdf Einfacher analoger Schalter mit einem n-Kanal FET Transistor

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Der steuerbare Analogschalter

  • Da nächste Problem: Der Durchgangswiderstand eines FET (leitend) hängt von der UDS Spannung ab (also hier das Signal selber) und nimmt mit U ebenfalls zu/ab (je nach Transistortyp).

  • Mit zwei komplementären Transistoren (CMOS) parallel geschaltet kann man das etwas kompensieren

(Links) Anstieg/Abfall des Widerstands (Rechts) CMOS Analoger Schalter

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Digitaltechnik Schaltungen

Digitaltechnik Schaltungen

Digitalelektronik basiert heute meist auf MOSFET Transistortechnik. Daher ist Digitaltechnik eigentlich Analogtechnik!

Repetitorium der Digitalen Schaltungstechnik:

  1. Boolesche Algebra für zustandslose Logik (kombinatorische Logik)

    • Werte 0/1 → Spannungen (oder Ströme), z.B. 0V/3V
    • Negierung → Not(x) → Inverter
    • Konjunktion → Und-Verknüpfung → Und-Gatter
    • Disjunktion → Oder-Verknüpfung
  2. Zustandsbasierte (sequenzielle) Logik

    • Speicher, Register → Flip-Flop
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Digitaltechnik Schaltungen

nMOS-Inverter: Der Übergang von 1 → 0 geht "schnell", da aktiv durch den Transistor, der Übergang 0 → 1 geht "langsamer" da nur über den Widerstand (Laden eines Kondensators). Daher spricht man bei dem Ausgangspegel von [0,H], 0 ist "stark", H ist "schwach".

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Digitaltechnik Schaltungen

(N)AND-Schaltung mit nMOS-Transistoren

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Digitaltechnik Schaltungen

Digitallogikschaltungen mit nur einer Transistorsorte können immer nur [0,H] oder [L,1] Werte ausgeben. Ein Wert ist über den Widerstand "schwach", und eine Belastung (nachgeschaltete Logikgatter) führt schnell zu einem Spannungseinbruch (und aus z.B. H wird ein ungültiger Logikpegel).

Daher brauchen wir n- und p-Kanal Transistoren, also die heute gängige Complementary MOS Transistortechnik.

  • Bei CMOS haben wir immer Paare von n- und p-Kanal Transistoren.
  • Aber: Ein p-Kanal Transistor ist niemals (technisch/physikalisch bedingt) der spigelsymmetrsiche Zwilling eines n-Kanal Transistors, und umgekehrt!
  • Die komplementären Transistoren sind nur "ähnlich", niemals "invers". Z.B. sind p-Kanal MOSFET langsamer als n-Kanal, die Strombelastbarkeit ist niedriger usw.
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Digitaltechnik Schaltungen

CMOS-Funktionsweise: Der p-Kanal Transistor befindet sich immer oben (positive Versorgungsspannung), der n-Kanal unten (Grund, 0V). Beim p-Kanal oben ist die Source oben, beim n-Kanal unten

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Digitaltechnik Schaltungen

CMOS-NAND Gatter

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der Differenzverstärker

Der Differenzverstärker

Ein einziger Transistor ist durch die nichtlineare Kennlinie wenig geeignet Gleichspannungen, also unsere Variablen, zu verarbeiten und zu verstärken, wir können keine kleinen Werte relativ zu 0 verarbeiten (Offset, Nichtlinearität). Aber zwei in einer symmetrischen Schaltungen als Differenzverstärker können dieses!

  • Der Differenzverstärker ist die Eingangsstufe von einem Operationsverstärker und kann mit Bipolar- als auch FET Transistoren (JFET) aufgebaut werden.

  • Die Schaltung hat zwei Eingänge (Ue1 und Ue2) und zwei Ausgänge (Ua1 und Ua2).

  • Sie wird durch zwei zum Bezugspotential (Masse) symmetrische Spannungen +UB und −UB versorgt
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Der Differenzverstärker

Differenzverstärker, schematisch, mit bipolaren Transistoren

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Der Differenzverstärker

  • Bei Gleichtaktansteuerung (Ue1=Ue2) wird die Symmetrie der Schaltung nicht gestört und die Stromverteilung am Knoten A nicht verändert. Folglich entsteht bei Gleichtaktansteuerung mit kleiner Amplitude im Idealfall keine Spannungsdifferenz zwischen den Kollektoren von T1 und T2 und damit kein Ausgangssignal, d.h. Ua1 = Ua2.
  • Bei Differenzansteuerung wird die Symmetrie der Schaltung gestört und die Stromverteilung am Knoten A verändert sich und somit auich Ua1 ≠ Ua2.
  • Deshalb entstehen bei Differenzansteuerung zwei gegenphasige Ausgangssignale

ΔUe1=ΔUe2ΔUa1=ΔUa2

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Der Differenzverstärker

Der Differenzverstärker erzeugt eine Potentialdifferenz zwischen seinen Eingängen und seinem Ausgang. Diese Potentialdifferenz muss kompensiert werden, um Ua = 0 für Ue1 = Ue2 zu erreichen.

  • Um diese und die anderen oben gestellten Forderungen, wie eine hohe Verstärkung und ein geringer Innenwiderstand, zu erfüllen, sind weitere direkt gekoppelte Verstärkerstufen mit speziellen Eigenschaften erforderlich.

⇒ Operationsverstärker

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Stefan Bosse - ADS - Modul E Halbleiterbauelemente :: Der 3-Transistor OpAmp

Der 3-Transistor OpAmp

Der OpAmp3 besteht aus einem Differenzverstärker (NPN Bipolar) und einem nachfolgenden Transistor (PNP Bipolar) der die Spannungs- und Stromverstärkung übernimmt.

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opamp3.txt

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