Was ist ein Sensor? [D]
Ein Sensor ist eine Einheit, die ein Signal oder einen Stimulus empfängt und darauf reagiert.
“Natürlicher Sensor”Der Sensor besteht aus zwei Teilen: (1) Füllstandanzeige (2) Menschliches Auge, das ein Signal an das Gehirn sendet. |
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Ein physikalischer Sensor ist eine Einheit, die ein Signal oder einen Stimulus empfängt und darauf mit einem elektrischen Signal reagiert.
Elemente, die eine im Allgemeinen nichtelektrische Messgröße in ein elektrisches Ausgangssignal umwandeln, heißen Sensoren. Dabei kann eine aktive nachgeschaltete analoge und digitale Sensorsignalverabeitung erfolgen.
[Weinrich, Grundlagen und Messprinzipien der Sensorik, Universität Hamburg]
Ein Sensor wandelt ein (generell) nicht-elektrisches Signal in ein elektrisches um.
Das Ausgangssignal kann eine Spannung, ein Strom oder eine Ladung sein.
Es kann weiter unterscheidbar sein durch Amplitude, Frequenz oder Phase.
Der Sensor als “Black Box”
Fasst man den Sensor als “Black Box” auf, kann er unabhängig von Prinzip und Aufbau u. a. über folgende Merkmale beschrieben werden:
Einteilung nach
Ein System kann verschiedene Sensortypen beinhalten:
Ermitteln von Informationen über die Systemumgebung
Ermitteln von Informationen über den internen Systemzustand
Erzeugen aufgrund des Messprinzips ein elektrisches Signal (z.B. Thermoelement, Lichtsensor), d.h. variieren elektrisches Signal bei Veränderung des Stimulus
Enthalten passive Bauteile, deren Parameter durch die Messgröße verändert werden, d.h. bei Veränderung des Stimulus (z.B. resistive Thermometer oder Dehnungsmessstreifen)
Die Differenzierung nach aktiven und passiven Sensoren kann nach dem Energiebedarf der Sensoren erfolgen:
Passive Sensoren modulieren ein Signal unter dem Einfluss der Messgröße und benötigen daher Hilfsenergie.
Aktive Sensoren erzeugen aufgrund des Messprinzips direkt ein elektrisches Signal.
Aktive Sensoren können häufig in Umkehrung des Messeffektes auch als Aktoren genutzt werden. Sie liefern dafür häufig lediglich bei einer Änderung der Messgröße ein Signal (Ausnahme u. a. Thermoelem.).
Teilweise wird die Perspektive auch umgekehrt - Sensorelemente, die keine Energiezufuhr benötigen, werden dann als “passiv” bezeichnet.
Ein Eingangssignal muss eventuell mehrmals konvertiert werden, bis der Sensor ein elektrisches Ausgangssignal ausgibt.
Im folgenden Abschnitt wird der Sensor als ’Black Box’ betrachtet.
Es interessiert uns im Folgenden nur die Beziehung zwischen Eingangs- und Ausgangssignal.
Jeder Sensor besitzt eine ideale bzw. theoretische Beziehung zwischen Eingangs- und Ausgangssignal.
Das Ausgangssignal S repräsentiert dabei den wahren Wert des Eingangssignals s.
Die ideale Beziehung zwischen Eingangs- und Ausgangssignal eines Sensors wird beschrieben durch die Transferfunktion S = f(s).
beliebige Polynome höherer Ordnung:
Für nicht-lineare Transferfunktionen ist die Sensitivität für jeden Eingangswert si wie folgt definiert:
mit
Kalibration ist eine Korrektur der Transferfunktion (Anpassung der Parametrisierung)
Kalibration soll die reale Transferfunktion der idealen Transferfunktion anpassen
D.h. der Stimulus wird erst in eine Richtung verändert (vergrößert) und dann wieder in die andere Richtung auf den ursprünglichen Wert geändert (verkleinert) . Dabei ist das Ausgangssignal des Sensors aber nicht mehr gleich.
→ Zeitliches Verhalten
minimal und maximal zulässige Umgebungstemperatur
minimal und maximal zulässige Luftfeuchtigkeit
Kurz- und Langzeitstabilität (Drift) (Hilfe bei Langzeitdrift: Pre-aging erhöht Stabilität)
statische und dynamische Änderungen von elektromagnetischen Feldern, Gravitationskräften, Vibrationen, Strahlung , etc.
Selbsterwärmung z.B. durch Stromfluss
Mechanischer Stress im Material durch Integration!
Energieversorgung
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Multiplexing und Multifrequenzfasern [E] |
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Widerstandsänderung dominiert durch Geometrieänderung.
gute Linearität in einem weiten Temperaturbereich (-50 … 200°C, Pt-DMS bis ca. 1000°C)
relativ große Dehnungen (ca. 0,5 %) zulässig
geringe Empfindlichkeit (k-Faktoren: Konstantan 2.05, Ni80Cr20 2.2, Pt92W8 4.0, Pt 6.0)
S-T-C: Self-temperature-compensated, d. h. Auswahl des DMS-Materials für einen best. Werkstoff des Messobjektes zur Kompensation unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten durch Temperaturabhängigkeit von ρ
Widerstandsänderung dominiert durch Änderung des spezifischen Widerstandes ρ: Änderung der Besetzungswahrscheinlichkeit/dichte von Valenz- und Leitungsbändern und der Ladungsträgerbeweglichkeit durch mechanische Spannung,
zusätzliche Abhängigkeit der Änderung von ρ von der kristallographischen Orientierung (u. a. bei Si).
höhere Temperaturempfindlichkeit als bei vielen Metall-DMS
relativ geringe Dehnungen (ca. 0,1 %) zulässig
hohe Empfindlichkeit (k-Faktoren: Si B-dot./p 80…190, Si P-dot./n -25…-100)
Der Begriff Piezoelektrizität beschreibt die Ausbildung eines elektrischen Feldes in einem Material durch mechanische Belastung. Der Effekt ist umkehrbar, d.h. aus einem äußeren elektrischen Feld folgt eine mechanische Dehnung des Materials. Basis ist der Aufbau des Materials aus Ionen oder polaren Molekülen und die Kristallstruktur, die nicht zentrosymmetrisch sein darf.
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Klassisches Materialbeispiel ist Bariumtitanat BaTiO3. In der Elementarzelle kann das Ti4+-Ion eine von 6 verschiedenen Positionen minimaler Energie annehmen, die alle nicht zentrisch sind und damit zu einem Dipol-Charakter der Elementarzelle führen. |
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Oberhalb der Curie-Temperatur sind die Dipolmomente der einzelnen Elementarzellen zufällig verteilt.
Unterhalb der Curie-Temperatur (BaTiO3 ca. 380 K) treten die Dipole in Wechselwirkung, richten sich aneinander aus und nehmen dabei bevorzugte Orientierungen ein:
Wird das Material einem äußeren elektrischen Feld ausgesetzt, wachsen die Domänen, deren Dipole parallel zum Feld ausgerichtet sind, auf Kosten der anderen: Das Material wird polarisiert.
Wird ein derart polarisiertes piezoelektrisches Material einer mechanischen Belastung ausgesetzt, verändert sich die azentrische Lage der Ionen in den Elementarzellen
Dies führt zu einem messbaren elektrischen Spannungsausschlag, dessen Höhe von der der mechanischen Belastung abhängt.
Ferroika sind Materialien, die unterhalb der sog. Curie-Temperatur spontane Ordnungszustände mit langer Reichweite zeigen (Ausbildung einer Domänenstruktur).
Die Bereichsgrenzen/Domänenwände sind dabei durch äußere Einflüsse veränderbar.
Ausrichtung der magnetischen Momente, u. a. Fe, Ni, Co.
Ausrichtung elektrischer Dipolmomente, u. a. piezoelektrische Materialien wie BaTiO3, PZT.
Übereinstimmende kristallographische Orientierung in durch Zwillingsgrenzen begrenzten Domänen, makroskopische Dehnung als Folge einer Gleichrichtung über den gesamten Kristall, mechanisch induzierte martensitische Phasenumwandlungen, z. B. in Formgedächtnislegierungen.
Piezoelektrizität benennt die Verknüpfung zwischen elektrischem Feld und mechanischer Dehnung. Besondere Piezoelektrika sind Pyroelektrika, die bei Temperaturänderung Ladungstrennung zeigen.
Technisch für Aktor-/Sensoranwendungen interessante Piezoelektrika sind gewöhnlich Ferroelektrika, eine Untergruppe der Pyroelektrika, die als einzige die parallele Ausrichtung der Domänen mittels eines elektrischen Feldes erlaubt.
Darstellung linearer Beziehungen (über Materialkonstanten) zwischen
Äußeres Dreieck, Ecken: Intensive, d. h. materialmengenunabhängige Zustandsgrößen.
Inneres Dreieck, Ecken: Extensive, d. h. materialmengenabhängige Zustandsgrößen.